Ruhig Blut — Was ein Bluttest wirklich bringt

01. August 2019 — von Michael Hoppe

Bluttests sind bei Hunden und Katzen schnell gemacht, die Ergebnisse liegen meist innerhalb eines Tages vor. Sie zeigen akute Erkrankungen und Krankheitsrisiken. Hat das Tier etwas Unverträgliches gefressen oder besteht eine fortgeschrittene Leberdysfunktion? Manchmal treten Krankheitssymptome wie Erbrechen, Durchfall oder Krämpfe erst auf, wenn es für eine Behandlung zu spät ist. Der Bluttest gibt hier frühzeitig Klarheit und Sicherheit, in kritischen Fällen kann er Leben retten.

Erkrankungen feststellen

Viele Erkrankungen wie zum Beispiel Blutarmut, organische Leiden, Virus-Infekte, Tumore oder Entzündungen lassen sich durch eine Blutuntersuchung nachweisen.

Behandlungsverlauf und Narkosefähigkeit kontrollieren

Eine Dauermedikation ist nötig oder eine OP steht an? Bei einigen Erkrankungen ist es sinnvoll, den Verlauf der Behandlung mit Bluttests zu kontrollieren; es ist auch wichtig, die Narkosefähigkeit des Tieres vor einer OP zu prüfen.

Ein Bluttest sollte bei älteren Tieren prophylaktisch einmal jährlich erfolgen: bei einem Hund ab sieben – bei einer Katze ab neun Jahren. Um dem Tier einen weiteren Tierarztbesuch zu ersparen, kann dies in Verbindung mit den Impfungen geschehen; dabei empfiehlt es sich auch, den Urin zu testen.

Blut-Veränderungen erklären

Was ist nur los? Blutwerte werden nicht nur durch Krankheiten verändert, sondern auch durch den Grad an Bewegung, Essen oder Stress. Regelmäßige Checks liefern gute Vergleichswerte, um positive wie negative Veränderungen einzuordnen.

Beruhigend: wenige Tropfen genügen

Für einen Bluttest reichen schon kleinste Blutmengen aus. Hunde verfügen über eine Blutmenge von acht bis neun Prozent ihres Körpergewichts. Ein 20-Kilo-schwerer Hund hat ein Blutvolumen von etwa 1,7 Litern, eine 5-Kilo-schwere Katze rund 350 Milliliter.

Was ist ein Bluttest?

  • Der Tierarzt nimmt eine Blutprobe.
  • Bei einer Blutuntersuchung werden verschiedene Organparameter gemessen und ein Blutbild erstellt.
  • Die Ergebnisse der Untersuchen werden mit Normwerten verglichen. Anhand von Abweichungen können gesundheitliche Probleme aufgedeckt werden.

Wozu ist ein Bluttest gut?

Ein Bluttest kann Probleme wie Leberbeschwerden oder Vergiftungen früh erkennbar machen. Denn: Symptome werden oft erst sichtbar, wenn es zu spät ist. Ein Bluttest gibt Aufschluss über viele Erkrankungen wie zum Beispiel: Blutarmut, organische Erkrankungen, Virus-Infekt, Tumore oder Entzündungen. Bei einigen Erkrankungen ist es zudem sinnvoll den Verlauf der Behandlung mit Bluttests zu kontrollieren, die Narkosefähigkeit des Tieres vor einer OP zu überprüfen oder die Belastung der Organe durch eine Dauermedikation zu kontrollieren.

Wann sollte ein Bluttest durchgeführt werden?

  • Ein Bluttest sollte prophylaktisch bei älteren Hunden einmal jährlich durchgeführt werden.
  • Katzen altern schneller und sollten im fortgeschrittenen Alter mindestens einmal, besser zweimal jährlich getestet werden
  • In Verbindung mit Impfungen
  • Bei Verdacht auf Vergiftung und bei Leberbeschwerden unverzüglich.

Normwerte bei Hund & Katze

  • Erythrozyten, pro Mikroliter Blut: 5,5–8,5 Mio. / 5–10 Mio.
  • Hämatokrit (Anteil der roten Blutkörperchen): 44–52 % / 30–44 %
  • Hämoglobin, Gramm pro Liter: 150–190 / 90–150
  • Leukozyten, pro Mikroliter Blut: 6.000–12.000 / 6.000–11.000
  • Trombozyten, pro Mikroliter Blut: 150.000–500.000 / 180.000–550.000

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